Das Rennliegerad Baron wurde von der Holländischen Firma Obtima ursprünglich als reines Rennliegerad konzipiert. Bei diesen Wettbewerben kommen die verrücktesten und ausgeklügeltsten Fahrzeuge zum Einsatz. In der Regel ist zur besseren Aerodynamik das Heck durch eine äusserst leichte Verschalung abgedeckt. Es gibt natürlich auch vollverschalte Versionen, welche in einer eigenen Klasse starten.
Hier ein Baron mit Original Optima-Heckverschalung
Hier ein vollverschaltes Liegerad im Vergleich zu einem herkömmlichen Rennrad.
Im Alltag wie im Renneinsatz gilt bei den Liegerädern einen möglichst geringen Luftwiderstand zu erzielen und möglichst keine Verwirbelung zu erzeugen. Auf gerader Strecke spielt die Aerodynamik eine wesentlich grössere Rolle als das Gewicht. Trotzdem wird natürlich jedes Gramm gespart.
Der Baron kann mit entsprechender Ausrüstung durchaus als alltagstauglich bezeichnet werden. Mein Fahrzeug ist mit hydraulischen Scheibenbremsen und einer 3x9 Gangschaltung ausgerüstet. Der Sattel besteht aus Karbon und ist auf sechs zusätzlichen Aluhülsen 45 mm höher montiert. Die Sitzhöhe beträgt nun ca. 360 mm. Somit ist die Tretachsüberhöhung nunmehr ca. 150 mm. Als zusätzliche Ausrüstung wurde lediglich ein klappbarer Lenker, eine kleine Nackentasche, ein Kunststoffschutzblech vorne, zwei kleine Batterielampen, ein Rückspiegel, ein Fahrradcomputer und zur Sicherheit eine Kompressorhupe montiert. Mit dieser Ausrüstung wiegt der Baron 15.5 Kg.
Anfänglich ist das Fahren auf einem so tiefen Liegerad etwas gewöhnungsbedürftig. Die ersten Fahrversuche sollten am Besten auf einem leeren Parkplatz oder ähnlich durchgeführt werden, damit man nicht gleich die gesamte Strassenbreite in Anspruch nehmen muss. Ebenfalls ist das Liegerad bedingt durch seine grössere Länge auch niemals so wendig wie ein Hollandrad. Man gewöhnt sich aber erstaunlich rasch an die tiefe Liegeposition und nach 200 bis 300 Km fühlt man sich sicher und geniesst die bequeme Position. Eine Nackenstütze ist nach meinen Bedürfnissen ein muss und bringt eine absolut entspannte Liegeposition. Ich fahre mit ca. 30° Neigung gegenüber der Längsachse. Das bringt gute Sicht und gleichzeitig wenig Angriffsfläche gegenüber der Atmosphäre.
Beim Fahren eines Liegerades wird die Beinmuskulatur etwas anders belastet als bei einem Hollandrad. Die gesamte Energie muss mit den Beinen ohne Mitwirkung des Oberkörpers und der Arme aufgebracht werden. Dafür wird der Rücken als Widerlager verwendet und bildet einen festen Anschlag. Die Muskulatur stellt sich relativ rasch auf die neue Situation ein. Wichtig ist, dass man beim Betreiben eines Liege- und Hollandrads immer wieder abwechselt, damit sich die Muskulatur nicht nur an das eine oder andere gewöhnt. Ich merke dies bei längeren Pausen eines Fahrradtyps. Ein Liegerad muss eher mit kleineren Gängen gefahren werden, vor Allem an Steigungen. Ich verspüre an Steigungen eher etwas Mühe mit dem Liegerad. Dies kann ev. auch mit meinen 90 Kg Körpergewicht in Zusammenhang stehen, oder ich trainiere halt einfach zu wenig.
Meinen Baron habe ich direkt ab Fabrik bei der Fa. Optima bestellt. Die Lieferung dauerte ein paar Wochen ist jedoch ohne jegliche Probleme von Statten gelaufen. www.optima-cycles.nl
Die bequeme Fahrposition, der reduzierte Luftwiderstand und auch das ungewöhnliche Erscheinungsbild macht ein Liegerad zur echten Alternative.
Liegerad Baron
Das Liegerennrad in der ursprünglichen Ausführung mit grosser Heckverschalung und Sattel aus Karbon. An beiden Rädern hydraulische Scheibenbremsen. Der Originallenker wurde durch eine nach oben klappbare Version ausgewechselt.
Die Verschalung zeigte sich im Alltagsgebrauch als zu schwabbelig und hat mich ehrlich gesagt etwas genervt.
Liegerad Baron
Hier mit gekürzter- und verstärkter Heckverschalung.
Das Fahren mit Verschalung ist relativ laut. Bringt beim normalen Gebrauch eine Verschalung eigentlich Vorteile? Meines Erachtens kaum.
Liegerad Baron
Umbau zum Liege- Reiserad. Vorne und hinten leichte Schutzbleche, Sattel mit 45 mm Aluröhrchen höher gesetzt und Tasche an der Nackenstütze.
Der Baron ist in der Originalausführung ein echtes Rennrad. Auch für Fahrradtouren Ist der Tieflieger geeignet. Um den Comfort für gemütlichere Fahrten zu steigern, wurde mein Baron nochmals einer gründlichen Umbauprocedur unterzogen.....